Phottix Indra 500 vs. Jinbei HD II 600

 

Hier gibt es einen kleinen Erfahrungsbericht zu den oben genannten mobilen Studioblitzen bzw. Porty´s.

 

Da ich mir den Phottix Indra selbst erst vor kurzem zugelegt habe und im Vorfeld nur überschaubar viele Informationen im Netz gefunden habe, dachte ich mir, ich schreibe auch mal ein paar Zeilen zu diesen beiden Blitzsystemen.

 

Dies soll hier kein akribisch recherchierter Test werden, in welchem sich unzählige technische Informationen finden, sondern ein paar Zeilen zu meinem Eindruck bzw. wo ich persönlich für mich Vor- oder Nachteile erkennen kann.

 

Ich habe mir zunächst einen Porty angeschafft, um im Outdoor-Bereich reichlich Blitzleistung, z. B. für Bilder im Vintage Stil oder Portylook zu haben. Weiterhin brauche ich einen Blitz der für kleine Shootings, ähnlich eines Studioshootings benutzt werden kann, aber aufgrund der Handhabbarkeit am besten nicht an ein Kabel gebunden ist.

Wichtig war mir eine Highspeedsynchronisation, um bei Bedarf auch mit offener Blende fotografieren zu können.

 

Die Entscheidung fiel somit zunächst auf den Jinbei HD II 600. Der Blitz ist schön kompakt, mit integriertem Akku. Die guten Rezessionen und die angegeben Eckdaten haben mich überzeugt. Der Preis ist mit rund 600,- Euro sehr günstig für ein solches Gerät.

 

Bezüglich der Verarbeitung und Haptik macht der Jinbei einen ganz guten Eindruck, alles vielleicht nicht ganz so edel wie bei anderen Blitzsystemen, aber durchaus nicht billig. Na ja, der Sender ist vielleicht ein wenig schisselig…was an sich unproblematisch ist.

Was dagegen als erster Störfaktor auffiel ist, dass der mitgelieferte Sender leider nicht für den Supersync Bereich funktioniert (ja steht auch in der Beschreibung – ist trotzdem ausbaufähig und gehört nochmal besonders erwähnt…).

Hierfür braucht man zusätzliche Sender und Empfänger, welche HSS übertragen können.

Da ich bisher das Odin System von Phottix nutze eigentlich kein Problem.

Man kann dann allerdings den Blitz mit dem Odin System nur auslösen. Möchte man ihn einstellen, muss man den originalen Sender griffbereit haben. Irgendwie sehr unrythmisch. Zumal der Original Sender zwar eine Einstellung zulässt, der aktuell eingestellte Wert jedoch nicht ablesbar ist, da sich an der Fernbedienung nur eine Plus- und Minustaste befindet.

Leider relativiert sich der Kompaktheitsvorteil durch das Gerödel mit dem externen Empfänger auch wieder ein Stück weit.

 

Im „normalen Synchronisationsmodus“ (bis 1/200) hat der Jinbei ordentlich Druck. Ich konnte die Ausgangsleistung deutlich runterschrauben, so dass auch die Weideraufladzeiten wirklich kurz waren.

Allerdings habe ich regelmäßig Probleme gehabt, wenn ich z. B. zwischen 1/200 und 1/250 wechselte. Der Jinbei besitzt systembedingt im HSS Bereich weniger Leistung. Soweit o.k., jedoch ist der Leistungsabfall derart hart, dass man bei einem Wechsel unbedingt nachregeln muss, da die Bilder ansonsten nicht verwertbar sind. Je nachdem aus welchen Bereich man kommt entweder halt zu hell oder zu dunkel.

 

Wenn man die Blitzleistung für den jeweiligen Bereich (z. B. den HSS Bereich) einmal passend eingestellt hat dann funktioniert soweit alles gut und erwartungsgemäß.

 

Bei mir ist mehrfach das Problem aufgetreten, dass ich Indoor zwischen einer kleinen Blende und Offenblende wechseln möchte. Und genau hierbei muss dann nicht nur die übliche Blende/Verschlusszeitkombi passend gewählt werden, sondern auch der Blitz quasi neu eingemessen werden. Das geht, ist aber schon auch lästig.

 

Outdoor ergibt sich durch den starken Leistungsabfall die Problematik, dass ich mit der Blitzleistung oft bis zu 1/1 hochregeln musste (als Lichtformer wurde meist eine 90 cm Softbox verwendet).

Die Leistung an sich ist dann für meine Zwecke ausreichend, jedoch ist die Wiederaufladezeit dann schon lang. Man kann in einen „Hasenmodus“ wechseln, welcher zwar den Akku stärker belastet, aber die Wiederaufladezeit reduziert. Doch auch in diesem Modus fand ich es grenzwertig. In statischen Situationen (z.B. Fahrzeuge) o.k., bei Personenfotos gerade noch vertretbar, für z. B. Hundefotos nicht mehr geeignet.

 

Da mich diese Punkte allesamt doch störten habe ich mich entschieden einen Phottix Indra 500 mit Batteriepack nachzurüsten.

Mit dazu gab es dann noch den relativ neuen Phottix Odin II Sender.

 

Verarbeitung und Haptik machen hier einen sehr guten Eindruck. Das Display ist schön und gut ablesbar und gut strukturiert. Die Verschraubungen sowie das Kabel und die Steckverbindungen wirken allesamt stabil und hochwertig. O.k. er kostet ja nunmal auch mehr als das Doppelte.

 

Der Phottix hat ja bekanntermaßen einen externen Akku. Der Blitzkopf selbst ist dadurch einen kleinen Tick leichter als der Jinbei, dafür muss man halt den Akku mitschleppen. O.k. man könnte halt an einen Akku auch zwei Blitzköpfe hängen…

Ist wohl ein Stück weit Geschmackssache welches System man hier eher mag. Für mich ist die „Alles in Einem Lösung“ wie Jinbei sie verbaut, die praktischere Variante.

 

Dafür braucht es hier keinen externen Empfänger mehr.

Der neue Phottix Odin II regelt hier alles übersichtlich und zuverlässig. Man kann per A,B,C,D,E Knopf den jeweiligen Blitzkopf direkt auswählen. Dann den Modus einstellen, die Blitzleistung, und auch das Einstelllicht ein- oder ausschalten. Die Bedienbarkeit ist prima.

 

O.k. zunächst wird also getestet, was mich beim Jinbei störte. Der Wechsel von 1/200 auf 1/250 und schneller verläuft absolut problemlos. Alles bleibt so belichtet wie es soll. Ich habe auch den Eindruck das der Phottix, obwohl ja den Werten nach mit 500 Ws schwächer, im HSS Bereich tatsächlich mehr Licht ausgibt. Dies wurde von mir nicht technisch aufwändig nachgemessen, sondern ist nur mein subjektiver Eindruck.

 

Bei der Wiederaufladung des Blitzkopfes lässt sich auch hier ein HighSpeed Modus einstellen. Lückenlos, gleichmäßig belichtete Bilder gibt es auch noch bei 1/8 Leistung. Das ist schon der Hammer im Studio so lückenlos gut belichtete Serienbilder zu schießen.

 

Auch die Wiederaufladezeit bei 1/1 Leistung ist deutlich schneller als beim Jinbei.

 

Ach ja, da ist ja dann auch noch der TTL Modus.

Hmm, ich war mir nicht sicher, ob ich den bei einem Porty tatsächlich brauche. Interessant ist´s ja schon für dynamische Fotosessions…

 

Also habe ich es bei der folgenden Hochzeit direkt mal getestet. Anfangs habe ich beinahe jedes Bild auf korrekte Beleuchtung kontrolliert. Nachdem ich keine Probleme festgestellt habe, lies mein anfänglicher „Kontrollzwang“ immer weiter nach…

Ich hatte die Blitzbelichtungskorrektur immer auf -1 2/3 Stufen eingestellt, da ich ja immer nur leicht aufhellen wollte. Und es sind auch keine üblen Blitzlichtgesichter entstanden. Alles funktionierte wie es sollte.

Auch bei der späteren Durchsicht der Bilder am Rechner wurde ich nicht enttäuscht.

Schon praktisch!

Auch das nächste Hochzeitsshooting lieferte ebenso gute Ergebnisse.

 

Die Akkuleistung des Phottix ist absolut gut. Obwohl ich gerade bei der zweiten Hochzeit wirklich ordentlich draufgehalten habe (Anzahl der Bilder mit Porty kann ich nicht genau benennen – vielleicht so um die 500-600 ?…) zeigte die Ladestandsanzeige zum Schluss sogar noch einen vollen Akku an.

Na wirklich voll wird er natürlich nicht mehr gewesen sein, allerdings kann ich mir für mein Anwendungsgebiet nicht vorstellen, einmal mehr Leistung diesbezüglich zu brauchen.

 

Alles in allem bin ich bisher von dem Phottix Indra 500 bisher begeistert.

Geschwindigkeit und Leistung sind top. Gerade die Bedienbarkeit, alles über die Fernbedienung einfach steuern zu können, ist toll. Und weiterhin auch die Möglichkeit mit den Odin Empfängern andere Blitzsysteme, wie z. B. Aufsteckblitze mit einbinden zu können, und auch diese komplett über die Fernbedienung zu steuern ist beispielhaft.

 

Phottix bietet mit dem Mitros+ zudem einen Aufsteckblitz der einen integrierten Odin Sender und Empfäger hat. Dies wird dann wohl das nächste Projekt sein.